Die Diskussionen um die Hartz4-Regelsätze nimmt utopische Ausmaße an. Medien und Politik nahmen sich in den letzten Wochen diesem Thema an, reden jedoch oftmals mit ihren Aussagen um den heißen Brei herum.

Hartz4-Regelsatz hoch oder runter? Das ist die entscheidendste, und umstrittenste Frage in vielen Foren und Schmierblättern. Und die Meinungen darüber sind natürlich zweigeteilt. Der fleißige „Sklave“, der tagtäglich früh morgens unzufrieden auf seine Arbeit geht, sieht es natürlich so, dass eine Erhöhung des Regelsatzes nicht gerecht ihm gegenüber ist. Warum sollte jemand, der den ganzen Tag zu hause sitzt, fast genau so viel bekommen, wenn nicht sogar mehr, wie einer, der den ganzen Tag sich den Arsch für seinen Chef aufreißt. Für den „Fleißigen“ braven Bürger ist ein Erhöhung selbstverständlich undenkbar und absolut absurd.

Doch nun kommt die nächste Hiobsbotschaft für den fleißigen braven Bürger. Das Bundesverfassungsgericht entschied am 09.02.2010, das die Hartz4-Regelsätze für Kinder, so wie für Erwachsene, bis Ende 2010 neu berechnet werden müssen, da eine Familie gegen den Hartz4-Regelsatz geklagt hat. Das Gericht befand die jetzigen Regelsätze für menschenunwürdig, da die Bezieher nicht am kulturellen Leben teilnehmen können. Nun denkt sich das arbeitende Volk natürlich „Das kann doch nicht wahr sein. Nun bekommen diese faulen Schweine noch mehr Geld in den Arsch gestopft und das von meinen Steuergeldern“ Doch hier sollte bedacht werden, dass vielleicht auch das Gehalt eines normalen Arbeiters demnach menschenunwürdig ist, wenn einige Löhne sogar unter dem Regelsatz liegen. Klagen könnte hier vielleicht auch helfen?

Arbeiter vs. Leistungsempfänger

In den letzten Wochen haben es die Medien geschafft, die arbeitende Bevölkerung so richtig wütend zu machen und die Hartz4-Empfänger als nichts tuende Schmarotzer darzustellen, wie das Beispiel Arno Dübel beweist. Arno Dübel, der vorzeige Arbeitslose von Bild.de und anderen seriösen Quellen.

Doch ganz genau so funktioniert es. Hetze die Bevölkerung gegenseitig auf und die wirklichen Probleme sind vergessen. Vergessen sind die Billiglohn-Sektoren, die man seit Hartz4 immer mehr mit Arbeitslosen stopft. Vergessen sind die Kündigungen, die halbjährig von Zeitarbeitsfirmen vollzogen werden. Vergessen sind die Berufe wie Landschaftspfleger und Gärtner, deren arbeiten nun von 1-Euro-Sklaven verrichtet werden. Vergessen sind die kleinen Jahrzehnte alten mittelständischen Unternehmen, die durch Dumping-Löhne in den Ruin getrieben wurden.....

Dieser Kreis schließt sich erst dann, bis die Gier der Elite erloschen ist. Dass das jedoch nie passieren wird und immer mehr Menschen für einen Hungerlohn arbeiten gehen werden, sollte doch bedacht werden. Nicht gegeneinander, sondern miteinander, sonst können wir uns noch sehr warm anziehen.

Regelsatz darf nicht erhöht werden, aber auch nicht gesenkt!

Wird der Regelsatz für Kinder am Ende des Jahres wirklich erhöht, wird es wohl einen Babyboom unter der minderbemittelten Bevölkerung geben. Schon jetzt ist es kein schöner Anblick, wenn eine 21-Jährige Mutter mit drei Kindern, ohne Ausbildung versteht sich, durch die Stadt schlendert und geistig so abwesend ist, dass es weh tut. Doch das ist wieder ein anderes Thema und nennt sich Bildungssystem.

Wird der Regelsatz jedoch gesenkt, werden auch die Löhne weiter in den Keller gehen, da man diese ja dem Hartz4-Empfänger anpassen muss.

Wir werden ja sehen, was am Ende diesen Jahres wieder von unserer Obrigkeit vorgelegt wird. Am Ende werden für Singles die Beiträge noch gesenkt, um den Lohn noch etwas runter schrauben zu können. Dazu noch etwas schärfere Gesetzesgebungen, damit auch jeder Pöbel, auch wirklich jede Drecksarbeit annehmen muss. Warum baut man nicht gleich moderne Arbeitslager, mit nahe liegenden Ghettos, um die Schmarotzer von der Außenwelt abzuschotten?

Schlagworte: hartz4

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